Endoprothetik

Hüftgelenksendoprothetik

Es beginnt mit einem Ziehen in der Leiste oder dem Gesäß, das in den Oberschenkel bis zum Knie ausstrahlen kann. Zu Beginn der Erkrankung bestehen meistens nur Anlaufbeschwerden, im Verlauf folgen eine Einschränkung der Gehstrecke und Ruheschmerzen. Spätestens dann suchen die meisten Patienten ihren Arzt auf, der nach Befragung, körperlicher Untersuchung und Röntgen die Diagnose „Hüftarthrose“ stellt.

Die Ursache dieser Erkrankung ist in den meisten Fällen ein altersbedingter Verschleiß des Gelenkes, seltener sind angeborene Fehlstellungen oder Verletzungsfolgen. Ist die Diagnose gesichert, stellt sich die Frage nach der durchzuführenden Behandlung.

Bis auf wenige Ausnahmen, bei denen die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung schon sehr weit fortgeschritten ist, sollten von einer Hüftarthrose betroffene Patienten zunächst einmal konservativ behandelt werden. Seit dem März 2021 existiert eine Leitlinie zur Hüft-TEP Versorgung, an der sich Ärzte und Patienten in der Regel orientieren. Nach dieser sollte vor der Entscheidung zur Operation eine dreimonatige Kombination aus medikamentöser (Schmerzmedikamente) und nichtmedikamentöser Behandlung (Bewegungstherapie, Verhaltensmaßregeln und gegebenenfalls Gewichtsreduktion) erfolgen.

Wenn diese keine nachhaltige Besserung bringt, ist der Einbau eines künstlichen Hüftgelenkes, einer Hüft-Totalendoprothese (kurz Hüft-TEP), unumgänglich, da schmerz- und versteifungsbedingte Ausweichbewegungen auch andere Gelenke gefährden können. Durch die reduzierte Mobilität wird das Gesamtbefinden des Patienten stark beeinträchtigt. Vor allem die Konstitution älterer Patienten verschlechtert sich und die Lebenserwartung sinkt ohne eine Operation in solchen Fällen.

Damit die Prothese individuell passgenau implantiert werden kann, gibt es Prothesenkomponenten in vielen verschiedenen Größen und mit unterschiedlichen Achsen sowie Aufsteckköpfe verschiedener Länge. Durch eine computerunterstützte Planung anhand standardisierter Röntgenbilder wird sichergestellt, dass die Bewegungsgeometrie im Hüftgelenk sowie die Beinlänge des Patienten erhalten bleiben. So können wir unseren Patienten ein natürliches Tragegefühl der Hüftprothese verschaffen und einem Ausrenken des Hüftkopfes vorbeugen. Je nach Alter und Knochenbeschaffenheit des Patienten kommen entweder zementfreie Prothesen zum Einsatz, die fest in den Knochen einwachsen, oder es wird das künstliche Gelenk mit einem speziellen Knochenzement in die Knochen „eingeklebt“. In beiden Fällen ist das operierte Bein in aller Regel sofort voll belastbar.

Operation

Bei dem Eingriff, der in Vollnarkose oder Rückenmarksanästhesie vorgenommen wird, wird das Gelenk möglichst weichteilschonend über einen seitlich oder vorne liegenden, wenige Zentimeter langen Schnitt dargestellt. Der verschlissene Hüftkopf wird entfernt und es wird in die im Beckenknochen befindliche Gelenkpfanne eine Titanschale eingesetzt. Die Markhöhle des Oberschenkelknochens wird zur Aufnahme des Prothesenschaftes vorbereitet. Anschließend wird in die Gelenkschale ein Kunststoffeinsatz eingelegt und auf den Schaft ein Keramikkopf aufgesteckt. Nun wird der Kopf in die Pfanne eingestellt und die eröffneten Weichteile sowie die Haut werden verschlossen. In der Hand eines erfahrenen Operateurs dauert solch ein Eingriff in aller Regel ca. 45 bis 60 Minuten.

Im Anschluss an die Operation erfolgt eine rasche Remobilisation des Patienten, angeleitet von Krankengymnasten unter einer individuell angepassten Schmerztherapie. So gelingt die Entlassung aus der stationären Behandlung innerhalb von 5 bis 7 Tagen entweder in die häusliche Umgebung oder in eine Anschlussrehabilitation.

Prognose

Durch diese Operation gelingt es in über 95 Prozent der Fälle, dem Patienten eine schmerzfreie Beweglichkeit der Hüfte, bei auch für moderate sportliche Betätigung ausreichender Belastbarkeit, zu ermöglichen. Die heutzutage verwendeten Prothesen halten üblicherweise 20 bis 25 Jahre, bevor eine Lockerung oder ein Prothesenversagen eine Wechseloperation erforderlich machen. Das bedeutet allerdings auch, dass gerade jüngere Patienten im Lauf ihres Lebens mit einem Wechsel des künstlichen Gelenkes rechnen müssen. Damit jeder Patient seinen Ansprüchen entsprechend individuell versorgt werden kann, ist eine genaue Kenntnis der Situation des Patienten von großer Bedeutung.


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